DGVN Baden Württemberg  
 
 
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Die DGVN wurde in Baden-Württemberg gegründet

Zur Geschichte der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen

Vollbild anzeigenDie Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen ist am 10. Mai 1952 in Heidelberg von Bürgern aus Politik und Wissenschaft sowie Vertretern des kulturellen, sozialen und religiösen Lebens auf Anregung hochrangiger Mitarbeiter der Vereinten Nationen in New York und Genf gegründet worden.
Im Herbst 1950 brachen die Gerichtsreferendare Carl Eduard Bloem und Oskar Barthels als Mitglieder der 1949 gegründeten “Gesellschaft zur Wahrung der Grundrechte Mannheim Heidelberg” zu einem Studienaufenthalt in die USA auf. Der Anschauungsunterricht in Sachen Demokratie wurde zum Ausgangspunkt für die 1952 erfolgte Gründung der “Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen”. Dr. Carl Eduard Bloem hat im Jahr 2002 zum 50-jährigen Bestehen der DGVN seine Erinnerungen an die Anfänge niedergeschrieben.
 

Die Gründung der DGVN in Heidelberg im Jahre 1952

von Carl Eduard Bloem († 2007)

Vorgeschichte
Im Jahr 1950 wurden Oscar Barthels und ich als Mitglieder der Gesellschaft zur Wahrung der Grundrechte Mannheim-Heidelberg vom Department of State zu einer dreimonatigen Studienreise in die Vereinigten Staaten eingeladen. Wir sollten kennenlernen, wie die amerikanischen Bürger ihre zivilen Freiheiten (Grundrechte) wahrnahmen und verteidigen. Dabei betreuten uns Mitglieder der American Civil Liberties Union, insbesondere der unvergessenen Mr. Roger Baldwin in New York.
Im Dezember 1950 waren wir zur sonntäglichen Teestunde von Mrs. Eleanor Roosevelt im Fernsehen eingeladen. Dort interessierte sich u.a. ein Angehöriger der Familie Morgenthau für uns, weil Henry Morgenthau 1856 in Mannheim geboren war und wir beide aus Mannheim und Heidelberg kamen. (Henry Morgenthau war 1946 in New York verstorben). Er fragte uns, ob es in unserem Land bereits eine Gesellschaft für die Vereinten Nationen gäbe. Wir verneinten dies.
Da wir uns interessiert zeigten, eine United Nations Association kennenzulernen, bot er uns einen gemeinsamen Besuch bei der amerikanischen Gesellschaft in New York an. Danach kam uns der Gedanke, nach unserer Rückkehr der Grundrechtsgesellschaft hierüber Bericht zu erstatten und die Gründung einer deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen anzuregen. Um unser Wissen anzureichern, besuchten wir die VN selbst. Im Generalsekretariat wurde das Vorhaben begrüsst. Von der amerikanischen Gesellschaft mit Empfehlungen für die englische Gesellschaft in London versehen, erhielten wir von deren Generalsekretär Mr. Ennals viele Informationen, insbesondere auch über die Tatsache, dass es in England vielerorts aktive Verbände gäbe. Auf dem Heimweg von London nach Frankfurt machten wir in Paris Station und besuchten dort die UNESCO.
 
Gründungsphase
Nach unserer Rückkehr bildeten mehrere Mitglieder der 1949 gegründeten Gesellschaft zur Wahrung der Grundrechte 1952 einen Aktionsausschuss zur Gründung einer Gesellschaft für die Vereinten Nationen mit Sitz in Heidelberg, darunter Hans Pfenninger, der künftige Generalsekretär der DGVN, Oskar Barthels und ich. Der Aktionsausschuss bemühte sich nachdrücklich, angesehene Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Gruppen als Gründungsmitglieder zu gewinnen.
 
Gründung
Die Gründungsversammlung fand im Mai 1952 in Heidelberg statt. Die Erschienenen erklärten deutlich ihre Bereitschaft und den Willen für die Ziele der Vereinten Nationen in der Bevölkerung zu werben, vor allem dafür, künftige Generationen vor der Geissel des Krieges zu bewahren.
Zu jener Zeit war die Bundesrepublik noch kein Mitglied der Vereinten Nationen. Ihre Aufnahme erschien so gut wie ausgeschlossen, weil sie Nachfolgerin eines “Feindstaaten” war. “Feindstaaten” sollten sich nicht auf die Rechte berufen können, die in der Charta der Vereinten Nationen von 1945 verankert waren. Sie waren vielmehr vom Gutdünken der Großmächte USA, England, Frankreich und der UdSSR ausgeliefert, so die sogenannte “Feindstaatenklausel” des Art. 107 der UN-Satzung.
Die Errichtung einer nicht-regierungsabhängigen VN-Gesellschaft eröffnete den Deutschen die Möglichkeit, über den Weltverband der VN-Gesellschaften in Genf, die WFUNA, Gehör für ihr Anliegen zu finden, von der Generalversammlung als Mitglied in den Vereinten Nationen aufgenommen zu werden. Dafür warb die Gesellschaft nachdrücklich in den ersten Jahren ihres Bestehens auf den alljährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen der WFUNA, bis es schließlich so weit war, dass sowohl die BRD als auch die DDR als vollwertige Mitglieder in die VN aufgenommen wurden.
 
 
 
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